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Während des europäischen Runden Tisches wurden folgende Themen diskutiert: europäische Klima- und Energiepolitik, potentielle Szenarien für Dekarbonisierung bis 2050, Herausforderungen für Klimaneutralität und die Rolle von multi-level governance.

Nach dem Inkrafttreten der EU 2050 Energiestrategie, hat sich die EU dazu verpflichtet, Treibhausgasemissionen im Vergleich zu den der neunziger Jahre um 80-95% zu reduzieren. C-Track 50 zielt darauf ab, die lokale und regionale Behörden beim Setzen von Prioritäten im Bereich der Energie- und Klimaplanung zu mobilisieren, eine Kooperation über mehrere Verwaltungsebenen (Bund/ Länder/ Kommunen) hinweg (multi-level governance) zu fördern und die regionalen und lokalen Behörden bei der Entwicklung von Finanzierungen und der Umsetzung ehrgeiziger integrierter, nachhaltiger Energie- und Klimaplanung zu unterstützen.

In Anlehnung an das vierte Projekttreffen und den griechischen Infoday von C-Track 50 und dem Konvent der Bürgermeister, wurde ein europäischer Runder Tisch organisiert, um nationalen Behörden und Experten aus den elf C-Track 50 Ländern die Gelegenheit zu geben, Erfahrungen auf ihrem Weg zu erfolgreichen Aktionsplänen auszutauschen. Mit dem Ziel den Dialog zwischen Organisationen zu ermöglichen, beinhaltete der Runde Tisch Themen wie EU Klima- und Energiepolitik, Datenkontrolle und –teilung, potentielle Szenarien für Dekarbonisierung bis 2050, Herausforderungen für Klimaneutralität und die Rolle von multi-level governance.

Aktionspläne und Herausforderungen

Der Runde Tisch begann mit den Präsentationen ihrer Aktionspläne und Herausforderungen auf die sie während ihrer Umsetzung gestoßen sind durch einige Länder.

Die Debatte begann mit der Präsentation von Charikleia Kloukinioti vom griechischen Ministerium für Umwelt und Energie. Sie enthüllte den griechischen Kontext für 2050 und erklärte, dass ihr letztes Ziel darin bestehe klimaneutral zu werden. Alexandra Papadopoulou, Vertreterin der Nationalen Technischen Universität von Athen und Koordinatorin des C-Track 50-Projekts, äußerte ihre Besorgnis über die lokale Beteiligung an den Klimazielen, da sie argumentierte, dass die vom Ministerium ergriffenen Maßnahmen zur Förderung von multi-level governance sehr generell und daher schwer zu implementieren seien.

Marga Rodriguez, Leiterin des Verbandes der spanischen Agenturen für Energiemanagement, wurde von der Regionalagentur Asturien, Spanien (FAEN) eingeladen. Sie stellte den spanischen Aktionsplan für Energie und Klima vor, der auf einer massiven Integration erneuerbarer Energiequellen (EE) durch Verkehr und den Elektrizitätssektor basiert und ehrgeizigere Ziele (39,5%) als die der EU verfolgt. Dieses ehrgeizige Ziel wurde jedoch von Carsten Rothballer, Projektmanager bei ICLEI Europe, ins rechte Licht gerückt, der das Thema Kohle bei der Integration erneuerbarer Energien in mehreren europäischen Ländern erwähnte.

Die Herausforderung der Kohle

Vertreter aus Spanien, Rumänien, Deutschland, Griechenland, Polen und Ungarn waren sich einig, dass alle die gleichen Probleme der Abhängigkeit von Kohle und Bergbau haben, was sie daran hindern würde ehrgeizigere Ziele zu setzen.

Henrietta Enikő Csató, Leiterin der Abteilung für nachhaltige Kohäsionspolitik des ungarischen Ministeriums für Innovation und Technologie, äußerte die Schwierigkeiten ihres Landes, das von der EU festgesetzte Ziel (10%) mit einer solchen energetischen Basis für fossile Brennstoffe zu erreichen. Gleichzeitig fügte Alicja Nowak, Referatsleiterin im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Marschallamtes der Region Wielkopolska, hinzu, wie der Übergang zu erneuerbaren Energien durch den Einfluss der Kohlewirtschaft auf verschiedene Aspekte des Lebens erschwert werden kann: Arbeitsplätze, regionale Wirtschaft usw.

Als Reaktion darauf, sprach Ulrich Laumanns, Projektleiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), darüber, wie eine Konsultation zur Reduzierung der Kohle in Deutschland stattgefunden hat und wie das Verfahren auch in andere Länder exportiert werden könnte.

Multi-level cooperation: keine leichte Aufgabe

Die Diskussion ging dann zum nächsten wichtigen Thema über, mit dem viele Länder bei der Umsetzung ihrer Aktionspläne konfrontiert sind: horizontale Zusammenarbeit zwischen Ministerien und vertikale Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regierungsebenen. George Iliopoulos, Geschäftsführer der EPTA, erwähnte, dass die Zusammenarbeit zwischen den Behörden in Griechenland normalerweise von Projekten abhängt, was für eine langfristige Planung in der Zukunft nicht sinnvoll ist.

Laut Irina Nicolau, Expertin für Energieeffizienz bei der rumänischen Energieregulierungsbehörde, ist die Situation in Rumänien komplex, da jedes Ministerium für unterschiedliche Kompetenzen zuständig ist. Dies ähnelt der Situation in Kroatien, wie Velimir Segon von der regionalen Energieagentur REGEA in Nordwestkroatien erklärte, der die Frage der Integration zahlreicher Landkreise mit individuellen Energieplänen hinzufügte.

Ein weiteres Problem das erwähnt wurde, war die Datenerfassung und der Datenaustausch innerhalb und zwischen Ländern, bei denen Adriana Stavrakaki (EPTA) über ihre Zusammenarbeit mit Energieversorgern informierte, um spezifische Daten zu erhalten, anstatt nationale Datenbanken zu verwenden. Die regionale Energieagentur Auvergne-Rhône-Alpes (AURA-EE) entschied sich ebenfalls für diese Praxis, um genauere und präzisere Daten zu erhalten, wie Patrick Biard, Leiter der EU-Projekte bei AURA-EE, erwähnte. Mehrere Teilnehmer des Runden Tisches bekräftigten auch die Bedeutung der Genauigkeit, Zugänglichkeit und Verteilung von Daten. Die Sprachbarriere zwischen Politikern und Experten wurde ebenfalls erwähnt, welche die Umsetzung von Aktionsplänen behindern könnte.

Endrunde

Am Ende wurde dem Tisch eine Reihe von Fragen vorgelegt, die von den verschiedenen Vertretern beantwortet und diskutiert wurden.

Bei der Erörterung der effizientesten Anreize zur Förderung und Finanzierung nachhaltiger Energiemaßnahmen erwähnte Griechenland sein Programm für den Wiederaufbau privater Gebäude mit dem Titel „Energieeinsparungen zu Hause“, bei dem private Eigentümer niedrige Zinsen für Kredite beantragen und davon profitieren, welche auch den Markt stimulieren konnten. Lettland erklärte auch seine erfolgreiche Investition in den privaten Sektor, dass dies zwar den Preis für Technologie erhöhte, aber auch den Markt stimulierte.

Schließlich ging die Debatte auf die Rolle der regionalen Energieagenturen bei der Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel über. In dieser Frage waren sich die meisten Länder darüber einig, dass die Rolle der Energieagenturen darin bestehen sollte, Behörden und Bürger zu konsultieren und den Schritt zur Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Ergebnisse

  • Viele europäische Länder stehen bei der Umsetzung ihrer Energiepläne vor ähnlichen Problemen. Daher sind Programme wie C-Track 50 besonders relevant, um diese Probleme auf EU-Ebene anzugehen und in jedem teilnehmenden Land zu lösen, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.
  • Die Zusammenarbeit über mehrere Ebenen hinweg ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die europäischen Länder bei der Anpassung an den Klimawandel, aber auch der effektivste Weg, um langfristige Lösungen zu finden.
  • Die Abhängigkeit von Kohle ist für viele Länder ein wichtiges Anliegen bei der Entscheidung, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Nicht nur wegen des Prozentsatzes der Energieerzeugung, sondern auch wegen seiner sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
  • Investitionen in den privaten Sektor scheinen für einige Länder eine gute Lösung zu sein, um den nachhaltigen Energiemarkt zu stimulieren und ihre Ziele zu erreichen.
  • Die meisten Länder sind sich einig, dass die Rolle der regionalen Energieagenturen darin bestehen sollte, die lokalen oder regionalen Behörden bei ihrer Anpassung an den Klimawandel mit Fachwissen und Kompetenzen zu unterstützen.